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Weniger Fleisch – und alle sind glücklicher!

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Die Fütterung von so viel Fleisch wie nötig und so wenig wie möglich ist ein wesentlicher Bestandteil unserer Philosophie. Unsere Erfahrung aus der Tierheilpraxis zeigt: 35 Prozent Fleischanteil im Futter sind für den gesunden, ausgewachsenen Hund völlig ausreichend! Davon profitiert nicht nur dessen Gesundheit, sondern auch unsere Umwelt und unsere Mitgeschöpfe. Zu viel tierisches Eiweiß im Futter kann zu Übersäuerung führen und den Hund krank machen. Und auch das Klima und natürlich die sogenannten „Nutz“tiere leiden unter den Folgen des weltweiten Überkonsums von Fleisch.

Wie viel Fleisch braucht der Hund wirklich?

„Aber der Hund stammt doch vom Wolf ab – braucht er als Raubtier deshalb nicht jede Menge Fleisch im Futter?"

Ja, es stimmt: unsere Haushunde und die heutigen Wölfe stammen von einem gemeinsamen Vorfahren ab. Gleichzeitig blicken unsere Hunde jedoch auf eine mehrere Zehntausende Jahre lange Entwicklungsgeschichte an der Seite des Menschen zurück. Eine sehr lange Zeit also, während der sich der einstige Wolf an die Lebensumstände des Menschen angepasst hat – und an dessen Essgewohnheiten!

Denn für den frühen Hund war es viel bequemer und energiesparender, das zu fressen, was in der Nähe des Mensch anfiel, statt auf die Jagd zu gehen. Und das waren in erster Linie Abfälle und Essensreste die für den Menschen nicht mehr verzehrbar waren. Nicht nur die Knochen von Beutetieren, sondern auch stärkehaltige Lebensmittel, wie beispielsweise Getreidebreie oder Brotreste, fanden so ihren Weg auf den Speiseplan des Hundes.

Im Vergleich zu unseren heutigen Wölfen hat sich der Haushund sogar genetisch an dieses veränderte Nahrungsspektrum angepasst: er verfügt über eine deutlich höhere Anzahl an Genkopien für die Herstellung des Enzyms Amylase, welches zur Spaltung von Stärke benötigt wird.

„Wir sollten unsere besten Freunde auf vier Pfoten daher eher als opportunistische Allesfresser bezeichnen denn als obligat fleischfressende Raubtiere!"

Hunde benötigen genauso wenig wie der Mensch bestimmte Nahrungsmittel wie „Fleisch“, „Innereien“, „Knochen“ usw., um gesund zu bleiben. Vielmehr brauchen sie bestimmte Nährstoffe in einer ausgewogenen und bedarfsdeckenden Zusammensetzung. Und ob diese nun aus tierischen oder pflanzlichen Komponenten stammen, ist dem Hund ziemlich egal – Hauptsache, es schmeckt!

Vorteile einer fleischreduzierten Fütterung für die Gesundheit des Hundes

Wenn der Hund über die Nahrung zu viele (tierische) Eiweiße zu sich nimmt, entsteht ein Übermaß an Harnsäure als Stoffwechselprodukt. Diese kann vom Organismus nicht oder nur erschwert ausgeschieden werden und wird stattdessen ins Gewebe eingelagert – was wiederum zur Übersäuerung und zu weitreichenden gesundheitlichen Beschwerden führen kann. Man spricht dann vom Krankheitsbild der „harnsauren Diathese“.

Besonders ältere Hunde, deren Ausscheidungsorgane Leber und Niere aufgrund normaler Alterungsprozesse bereits geschwächt sind oder krankheitsbedingt nur noch eingeschränkt funktionieren, können Probleme mit der Verstoffwechselung von zu viel Eiweiß haben.

In solchen Fällen können Leber und Niere durch eine Reduktion des Fleischanteils im Hundefutter entlastet werden. Die bereits im Gewebe eingelagerte Harnsäure kann nun nach und nach vom Organismus ausgeschieden werden, was zu einem verbesserten Gesundheitszustand des Hundes und zu mehr Lebensqualität führt.

Der Zusammenhang zwischen Fleischkonsum und Klimawandel

Aktuellen wissenschaftlichen Erkenntnissen zufolge ist die Viehzucht für etwa 14,5 Prozent aller globalen Treibhausgasemissionen verantwortlich. Hier schlägt zum einen die Produktion von Futtermitteln für Rind, Schwein, Huhn und Co. ordentlich zu Buche. Aber auch die Ausscheidungen von Wiederkäuern setzen eine enorme Menge an klimaschädlichen Gasen frei.

Die zunehmende Ausweitung landwirtschaftlicher Flächen führt zu einer Degradierung der Böden und zu einem Verlust der Artenvielfalt. Böden, die intensiv durch den Menschen genutzt werden, können weniger CO2 speichern als naturbelassene Biotope, was sich wiederum negativ auf das Weltklima auswirkt.  Dieses Ausmaß wird besonders deutlich, wenn wir uns vor Augen führen, dass 70 Prozent aller Landflächen, die nicht von Eis bedeckt sind, durch den Menschen genutzt werden!

Eine Reduktion des weltweiten Fleischkonsums könnte den landwirtschaftlichen Flächenbedarf reduzieren, Böden könnten sich regenerieren und weniger Arten würden vom Angesicht der Erde verschwinden. Außerdem produzieren weniger Nutztiere logischerweise auch weniger Ausscheidungen, was dem Klima ebenfalls zugute käme!

Weniger Fleisch = mehr Tierwohl?

Die Zahl der Tiere, die täglich für den Fleischkonsum in Deutschland geschlachtet werden, ist riesig: im Jahr 2019 waren es zwei Millionen pro Tag. Umgerechnet auf die Anzahl aller Hunde, die aktuell in Deutschland leben, würde das bedeuten: in nur etwas mehr als fünf Tagen hätte man die gesamte Hundepopulation (derzeit ca. 10,7 Millionen) vernichtet!

Wer weniger Fleisch konsumiert und dabei gleichzeitig auf verantwortungsvolle Haltung achtet, leistet einen wichtigen Beitrag für mehr Tierwohl. Denn dadurch werden kleinere Landwirte und Bio-Betriebe unterstützt, die ihren Tieren bis zur Schlachtung ein artgerechtes Leben bieten. Unterm Strich bedeutet weniger Fleisch also auch: weniger Tierleid in der Massentierhaltung, weniger geschlachtete Tiere insgesamt und artgerechtere Lebensbedingungen für die Tiere.

So kannst Du die fleischreduzierte Fütterung Deines Hundes in die Praxis umsetzen

Du hast Deinen Hund bisher eher fleischlastig ernährt oder gebarft und fragst Dich nun, wie Du es praktisch umsetzen kannst, ihn mit weniger Fleisch zu füttern? Dann haben wir hier ein paar hilfreiche Tipps für Dich, wie Dir die Umstellung ganz leicht gelingt:

  • Greife auf ein Bio-Hundefutter mit einem reduzierten Fleischanteil zurück. Unsere Bio-Menüs enthalten einen optimalen tierischen Anteil von 35% - einfacher kann es gar nicht sein!

  • Führe einen Veggie-Tag oder eine fleischfreie Mahlzeit pro Woche ein. Hierfür brauchst Du gar nicht viel Hintergrundwissen über vegetarische oder vegane Hundeernährung – Du kannst einfach auf unsere veganen Menüs zurückgreifen, deren Zutaten ideal auf den Bedarf Deines Hundes abgestimmt sind.

  • Stelle die Ration Deiner Fellnase selbst zusammen und bestimme jeden Tag aufs Neue, wie viel Fleisch wirklich im Napf landen soll! Wenn Du dafür neben hochwertigen Kohlenhydraten, Gemüse und Obst wie es in unserem Hundemüsli der Fall ist, auf unsere Reinfleischdosen setzt, kannst Du sicher sein, dass ausschließlich Fleisch aus verantwortungsvoller Haltung ins Hundefutter kommt!

Du siehst also: weniger Fleisch beim Hund macht tatsächlich alle glücklicher!

Veröffentlicht in: Nachhaltigkeit, Gesundheit, Ernährung

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