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Purinarme Hundeernährung – was ist das?

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Vielleicht hast Du schon einmal den Begriff purinarmes Hundefutter gehört und Dich gefragt, was es damit auf sich hat? Was sind überhaupt Purine, wo kommen sie her, was machen sie im Hundeorganismus und warum kann es manchmal sinnvoll und sogar wichtig sein, den Puringehalt im Hundefutter im Blick zu behalten? Genau diese Fragen wollen wir mit diesem Beitrag beantworten und ein wenig Licht ins Dunkel bringen!

Was sind eigentlich Purine?

Bei Purinen handelt es sich um organische Stickstoffverbindungen, die Bestandteile der DNA sind. Sie sind im Körper also für den Ablauf lebenswichtiger Prozesse mit verantwortlich. Purine werden einerseits über die Nahrung aufgenommen, gleichzeitig aber auch vom Hundeorganismus aus ihren einzelnen Bausteinen selbst hergestellt. Da der Kern jeder einzelnen Zelle DNA enthält, sind Purine also überall im Körper zu finden.

Im Verlauf des Purinstoffwechsels werden nicht mehr benötigte oder überschüssige Purine in Harnsäure umgewandelt und anschließend zu Allantoin abgebaut, welches über die Niere ausgeschieden wird. Ist dieser Stoffwechsel gestört oder wird dem Organismus mehr Purin zugeführt, als er verwerten kann, fällt vermehrt Harnsäure an. Dies kann zur Folge haben, dass sich Harnkristalle oder gar Harnsäuresteine (sogenannte Urate) in der Blase bilden, die schlimmstenfalls operativ entfernt werden müssen.

purinarme Ernährung bei Hunden

Ein ständiges Zuviel an Harnsäure führt zu einer schleichenden Übersäuerung des Organismus, man spricht dann von der “harnsauren Diathese”. Die nur schwer wasserlöslichen Harnsäurekristalle lagern sich im Gewebe, insbesondere im Bereich der Gelenke, ab und können dort zu schmerzhaften und entzündlichen Prozessen führen. Dieses Krankheitsbild kennen wir als Gicht. Und auch entzündliche Hauterkrankungen sind in diesem Zusammenhang keine Seltenheit!

Wann ist eine purinarme Hundeernährung sinnvoll?

Die Umstellung auf ein purinarmes Nassfutter kann sinnvoll sein, wenn Dein Hund unter den oben genannten Beschwerden leidet, die mit einem Übermaß an Harnsäure in Zusammenhang stehen können. Auch bei Hunden, die rassebedingt unter einer Störung des Purinstoffwechsels leiden (z.B. Dalmatiner), sollte auf den Puringehalt im Futter besonderes Augenmerk gelegt werden.

Eine weitere Besonderheit gibt es bei Hunden, die unter der Mittelmeerkrankheit Leishmaniose leiden. Diese Krankheit ist nicht heilbar, durch die Behandlung mit dem Medikament Allopurinol können jedoch die Erreger gut in Schach gehalten und das weitere Fortschreiten der Erkrankung verzögert werden. Die Leishmanien, die einzelligen Erreger dieser Krankheit, müsse Purine von außen aufnehmen. Das Medikament “tarnt” sich als Purin, wird von den Leishmanien aufgenommen und verhindert deren Vermehrung.Allopurinol bremst jedoch auch den Purinstoffwechsel aus, so dass unter der Gabe dieses Medikamentes erhöhte Mengen des Zwischenproduktes Xanthin sowie auch vermehrt Harnsäure als Stoffwechselprodukte anfallen. Auch Xanthin kann, genau wie die Harnsäure, zur Bildung von Steinen in der Blase führen. Da Hunde mit Leishmaniose ihr Leben lang medikamentös behandelt werden müssen, ist auch bei diesen eine purinarme Fütterung unerlässlich.

Darüber hinaus kann die purinarme Hundeernährung bei chronisch nierenkranken oder alten Hunden mit eingeschränkter Nierenfunktion sinnvoll sein. Weniger Purine bedeuten weniger Harnsäure, die verstoffwechselt und ausgeschieden werden muss. Ein Futter mit niedrigem Puringehalt kann somit auch die Nieren entlasten. Eine Reduzierung des Puringehaltes im Futter ist also sinnvoll bei Hunden mit:

  • Harnsäuresteinen (Urate)
  • entzündlichen Gelenkserkrankungen (Gicht)
  • Anzeichen einer Übersäuerung (z.B. atopische Dermatitis)
  • genetisch bedingter Störung des Purinstoffwechsels (z.B. Dalmatiner, aber auch andere Rassen)
  • Leishmaniose (unter Gabe von Allopurinol)
  • Nierenerkrankungen

Welche Lebensmittel sind besonders purinhaltig?

Wie wir nun wissen, sind Purine in der DNA in jedem Zellkern enthalten. Das bedeutet also, je mehr Zellen ein Nahrungsmittel enthält, umso höher ist der Puringehalt. Besonders viele Purine sind u.a. enthalten in:

  • Innereien und bindegewebsreichen Schlachtabfällen
  • Haut (Vorsicht also bei getrockneten Kauartikeln!)
  • Fleisch (besonders rote Sorten) und Fisch
  • Hülsenfrüchten wie z.B. Soja/Tofu und Kichererbsen

Als purinarm dagegen gelten Eier und Milchprodukte, die meisten Gemüsesorten, Getreide(produkte), Öle und Fette.

Was muss bei der purinarmen Fütterung beachtet werden?

Wenn Du die Ration für Deinen Hund selbst zusammenstellst, solltest Du auf die Gabe von Innereien und Bindegewebe verzichten. Füttere stattdessen lieber einen moderaten Anteil an hellem Muskelfleisch, Kohlenhydrate wie Getreide oder Kartoffeln sowie eine Portion Obst oder Gemüse. Als purinarme und gleichzeitig hochwertige Proteinquellen kannst Du Eier und Milchprodukte, wie z.B. Quark oder Hüttenkäse, ergänzen.

Falls Du lieber auf ein Fertigfutter zurückgreifst, dann achte auch hier darauf, dass möglichst keine Innereien enthalten sind oder zumindest nur ein geringer Anteil. Wähle außerdem ein Futter mit einem niedrigen Fleischgehalt oder einer pflanzlichen Proteinquelle. Unsere fleischreduzierten Fertigmenüs und unsere veganen Nassfuttersorten sind beispielsweise sehr gut für die purinarme Hundeernährung geeignet! Auf den jeweiligen Produktseiten findest Du auch genaue Angaben zum Puringehalt der einzelnen Sorten.

Veröffentlicht in: Gesundheit, Ernährung

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